Immobilienkredite: die neuen Regeln

Hypothekar- und Immobilienkreditgesetz

Ein sperriges Wort und seine Auswirkungen: Was bedeutet das neue Hypothekar- und Immobilienkreditgesetz für Kreditgeber und Kreditnehmer?

Mit dem Hypothekar- und Immobilienkreditgesetz (HIKrG) wurde die Wohnimmobilienkredit-Richtlinie der EU in nationales Recht umgesetzt. Das Gesetz bezieht sich auf alle Verträge, die nach dem 20. März 2016 abgeschlossen wurden und gilt

  • für alle Immobilienkredite, auch wenn damit keine hypothekarische Besicherung verbunden ist bzw.
  • für alle Hypothekarkredite, also Kredite, die durch ein Pfandrecht an einer Immobilie besichert sind.

Für alle anderen Finanzierungen gelten weiterhin die Bestimmungen des Verbraucherkreditgesetzes (VKrG).
 

Die wichtigsten Bestimmungen des neuen Gesetzes:
 

Allgemeine Informationen

Vor Vertragsabschluss müssen Sie als Kreditnehmer "klare und verständliche" allgemeine Informationen bekommen. Welche Informationen bereitgestellt werden müssen, ist genau geregelt: Dazu zählen unter anderem der Kreditzweck, die Formen von Sicherheiten, die mögliche Laufzeit, die Arten der angebotenen Sollzinssätze (fix oder variabel bzw. eine Kombination aus beiden), der Gesamtbetrag, der effektive Jahreszins, ein repräsentatives Berechnungsbeispiel sowie die verschiedenen Möglichkeiten zur Rückzahlung des Kredites.

Vorvertragliche Informationspflichten

"Der Kreditgeber hat dem Verbraucher auf ihn zugeschnittene Informationen zu erteilen, die der Verbraucher benötigt, um die auf dem Markt verfügbaren Kreditprodukte zu vergleichen, ihre jeweiligen Auswirkungen zu prüfen und eine fundierte Entscheidung über den Abschluss eines Kreditvertrags zu treffen", heißt es in dem Gesetz. Diese Informationen sind auf einem gesetzlich vorgeschriebenen Formular ("ESIS-Merkblatt") bereitzustellen.

Prüfung der Kreditwürdigkeit

Das Gesetz sieht eine eingehende Prüfung der Kreditwürdigkeit vor. Ein Kredit darf nur dann genehmigt werden, wenn aus dieser Bonitätsprüfung hervorgeht, dass Sie als Kreditnehmer Ihre finanziellen Verpflichtungen aus dem Kreditvertrag wahrscheinlich erfüllen können.

Rücktrittsrecht

Als Kreditnehmer haben Sie das Recht, innerhalb von zwei Werktagen ohne Angaben von Gründen vom Kreditvertrag zurückzutreten.

Vorzeitige Rückzahlung

Im Wesentlichen gelten die bisherigen aus dem Verbraucherkreditgesetz bekannten Bestimmungen: Demnach ist eine vorzeitige Rückzahlung immer möglich. Für den Kreditnehmer können – wenn die vorzeitige Rückzahlung in einen Zeitraum fällt, in dem ein Fixzinssatz vereinbart wurde – zusätzliche Kosten von maximal einem Prozent des vorzeitig zurückgezahlten Kreditbetrags anfallen. Eine vorzeitige Rückzahlung von 10.000 Euro pro Jahr ist immer möglich, ohne dass dafür eine Pönale (Vorfälligkeitsentschädigung) verlangt wird.

Tipps für Kreditnehmer

Überlegen Sie sich schon im Vorhinein bzw. besprechen Sie mit Ihrem Raiffeisenberater die Fragen der Kreditwürdigkeit (Bonität). Das betrifft vor allem die Sicherheiten, die Höhe des Kredites im Verhältnis zum Verkehrswert der Immobilie bzw. ganz besonders die Frage der Leistbarkeit der Finanzierung.


Sie haben detaillierte Fragen bzw. sind gerade auf der Suche nach einer passenden Finanzierung für Ihr Vorhaben? Ihr Raiffeisenberater steht Ihnen für Ihre Anliegen jederzeit zur Verfügung.

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